Saison 2015

Und wieder mal geht eine Saison zu Ende. Wie, was, wo und warum erfahrt ihr in folgendem Artikel. Vor einigen Tagen hatte ich mit meinem Sponsor Larasch ein Gespräch in dem diese Fragen Thema waren. Also lest selbst… „Saison 2015“ weiterlesen

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Saison 2013/14

Was ist eigentlich mit dem Reinhardt los? Vielleicht haben sich das einige von euch gefragt, denn seit dem Frühjahr habe ich hier nix mehr geschrieben. Am Besten ich fange ganz am Ende an.

Mir geht es soweit gut. Am vergangenen Mittwoch habe mein 4. Semester beendet. Das Physikum und der vorklinische Abschnitt meines Medizinstidiums sind damit erfolgreich beendet. Leider hat die Vorbereitung auf das erste Staatsexamen der Medizin eine Menge Zeit und Energie gekostet. Am deutlichsten hat sich dies in meinem sportlichen Leistungen dieser Saison niedergeschlagen.

Nach meinem Höhentrainingslager in Arizona lief die Vorbereitung auf die Saison sehr gut. Der Höheneffekt war in den darauffolgenden Wochenen spürbar. So konnte ich motiviert in den ersten Wettkampf einsteigen. Zusammen mit dem Thüringer Leichtathletik Verband bin ich zu einem kurzen Trainingslager nach Pliezhausen gereist. Am Ende unseres viertägigen Aufenthaltes stand das internationale Läufermeeting „krumme Strecke“. In der zweiten Einheit des Lehrgangs, wollten wir noch einmal über den Wassergraben laufen. Bei meiner Landung verstauchte ich mir das Darmbein-Kreuzbeingelenk. Eine Teilnahme bei dem ersten Meeting der Saison wurde damit unmöglich. Nach einer kurzen Pause mit Alternativtraining und guter Behandlung ging es im Trainingsplan weiter. Die Einheiten liefen gut und ließen viel erhoffen. Aus diesem Grund konnte ich erst bei der Junioren DM in Wesel in die Saison einsteigen. Am Ende stand Platz vier auf dem Papier. Mit 9:04min über 3000m Hindernis konnte ich nicht zufrieden sein. Lag es an fehlender Form? Ich bin der Meinung, dass ich zu passiv gelaufen bin und mein Potential nicht abgerufen habe. Den Kopf konnte ich nicht hängen lassen. In den darauffolgenden Trainingseinheiten merkte ich schnell, dass definitiv mehr möglich ist. Mit diesem Gefühl ging ich dann in Osterode beim internationalen Läufermeeting über die 3000m an den Start. Das Teilnehmerfeld versprach ein schnelles Rennen. Ich hatte mir ein klares Ziel gesetzt. Da die ersten 1000m dann etwas zu langsam waren, habe ich das Tempo forciert. Nach 8:20min siegte ich mit neuer Bestzeit. Es geht doch! Das Rennen gab mir wieder Selbstvertrauen.

Höhepunkt meiner Saison sollte die DM in Ulm sein. Mein erster Start in der Erwachsenenklasse vor großem Publikum. Ich freute mich riesig. Die Vorbereitung lief jedoch mäßig. Der zunehmende Lernaufwand für mein Physikum nahm mir mehr Kraft als ich dachte. Ich hatte häufig feste Beine, die trotz regelmäßiger Physiotherapiemaßnahmen nur wenig Linderung verspürten. Die Motivation trieb mich trotzdem immer wieder an. Ebenso gab mir der Sport die nötige Erholung an einem 8-10 stündigen Lerntag. So reiste ich mit etwas gemischten Gefühlen nach Ulm. Das Finale über 3000m Hindernis war mit allen Deutschen Topathleten besetzt. Doch wie es bei Meisterschaften üblich ist, wurde es kein schnelles Rennen. So übernahm ich die ersten 600m die Führungsarbeit. Die Zwischenzeiten passten gut. Bis 1000m lief alles bestens. Ab 1500m wurden plötzlich meine Beine schwer. Ich kannte das Gefühl aus den Trainingseinheiten. Die Oberschenkel wollten nicht mehr. Ich habe kurzzeitig im Rennen überlegt auszusteigen. Eingangs der letzten 400m fragte ich mich selber, wie ich noch über die Hindernisse kommen soll. Nach 3000m war ich dann doch noch im Ziel angekommen, was das einzig positive an dem Rennen war. Die Selbstenttäuschung nach dem Lauf war das Schlimmste für mich. Ich wusste nicht wie ich damit umgehen sollte. Ich habe wirklich gut trainiert, war in harten Trainingslagern und war super motiviert. Leider kam dann der Rückschlag. Erklärungsversuche? Eine Frage die ich bis heute nicht wirklich beantworten kann. Sicherlich hat das Studium einen großen Teil dazu beigetragen. Von Fehlender Disziplin oder fehlender Motivation bzw. Leistungsbereitschaft kann ich definitiv nicht sprechen!

Danach startete ich in die Saisonpause und die intensive Physikumsvorbereitung. Am Wochenende vor dem mündlichen Examen startete ich als Einstieg in die neue Saison bei der DM Straße über 10km in Düsseldorf. Die Atmosphäre war super und nach der Pause fühlte ich mich frisch. Nach 31:25min überquerte ich die Ziellinie. Ich denke damit kann ich zufrieden sein. In den nächsten Wochen werde ich noch ein paar kleinere Straßenläufe absolvieren. Anfang Oktober steht das erste Trainingslager mit dem TLV in Zinnowitz an. Danach beginnt mein 5. Semester an der Uni. Ebenfalls Startschuss für ein neues Kapital. Die kommenden 2 Jahre werde ich ein Teilzeitstudium beginnen um mich mehr auf den Sport zu konzentrieren. Ich hoffe das alles so klappt wie ich es mir vorstelle.

DJM Rostock

Nach einer kurzen Woche in der Heimat, ging es am Freitag auf nach Rostock. Nach der EM stand dabei die Regeneration an erster Stelle. Des weiteren musste ich mich auch psychisch nach den vergangenen Tage in Rieti neu sammeln und fokussieren. Die für viele erschreckende Nachricht der Hitzewelle packte mich nach der EM in Italien nicht. Man lernt mit der Zeit damit umzugehen und Einfluss hat man darauf auch kaum. Also keine Gedanken verschwenden!

Samstag Abend ging es für mich zum ersten mal an die Startlinie. Über die 2000m Hindernis wurde ich als großer Favorit gesehen. Auf nationaler Ebene ein ganz neues Gefühl für mich. Doch dabei habe ich immer an die vergangenen Deutschen Meisterschaften gedacht. Damals habe ich meine Bestzeit um zwölf Sekunden gesteigert. Warum sollte das dieses Jahr nicht wieder passieren? Meine Taktik stand fest. Den ersten Kilometer ruhig angehen und den zweiten Kilometer schneller, und immer konzentriert bleiben um bei entsprechenden Situationen reagieren zu können. Im Rennen lief ich dann vom Start bis ins Ziel an der Spitze. In der zweiten Rennhälfte zog ich das Tempo an. Auf den letzten 400m war der zweit Platzierte noch dicht in meinem Windschatten. Mit einer letzten Tempoverschärfung konnte ich das Rennen in 5:52,34min für mich entscheiden.

Nach dem Rennen merkte ich jedoch leichte Stauchungen im Rücken. Mit physiotherapeutischer Hilfe konnten diese jedoch gemildert werden. Ziel bei meinen letzten Deutschen Jugendmeisterschaften war, nicht nur die 2000m Hi zu laufen, sondern dieses Jahr auch über 3000m an den Start zu gehen. Gerade diese Doppelbelastungen sind sehr wichtig für die kommenden Jahre.

Aus diesem Grund, war mein erstes Rennen über die Hindernisse eher taktisch geprägt um Kräfte zu sparen. Doch wie gehe ich die 3000m an? Favorit war ich jedenfalls nicht, jedoch gehörte ich schon zu den möglichen Medaillenkanidaten. Ich versuchte daher solang es geht mit der Spitze mitzulaufen. Und das klappte! Der erste Kilometer in 2:52min war in Ordnung. Danach wurde jedoch das Tempo erhöht und ich setzte mich in einer dreier Gruppe ab. In dieser ging es dann auch auf die letzten 400m. Auch 200m vor Ziel waren wir noch dicht zusammen. Auf der Zielgeraden ging es dann für mich um Gold oder Silber. Es war ein knappes Rennen, in dem ich die Nase vorn hatte. Mit einer Schlussrunde in 58s stoppte die Uhr bei 8:23,54min! Neue persönliche Bestleistung und der zweite Deutsche Meistertitel bei meinen letzten Jugendmeisterschaften.

So beende ich diese Saison mit einem perfekten Abschluss. In beiden deutschen Jahresbestenliste bin ich somit an erster Stelle. Es war eine tolle Saison. Auch wenn es schwierig ist sich nach einer internationalen Meisterschaft auf eine nationale Meisterschaft umzustellen, bin ich mit diesem Ergebnis einfach nur zufrieden.

Jetzt geht es für mich erstmal in die Saisonpause.

DM Cross – Dornstetten

Freitag Nachmittag ging es auch bei mir in Richtung Dornstetten im Schwarzwald. Dort wurden dieses Jahr die Deutschen Cross Meisterschaften ausgetragen. Die Strecke stellte sich mit drei Anstiegen als sehr anspruchsvoll heraus. Der Boden war, durch den Regen der Vortage, gut durchnässt. Somit bin ich zum erstenmal mit 15mm Dornen unter den Spikes gelaufen (nur im vorderen Bereich des Schuhs).

Vor mir lagen 4 Runden, eine kleine und vier große. Die Strecke war ein 6,2km langer Wiesenrundkurs. Vom Start an lief ich in der Spitzengruppe mit. Zunächst war das Tempo noch nicht zu hoch und somit das Feld dicht beieinander. Nach 4km wurde das Feld durch ein höheres Tempo auseinander gezogen. Ich konnte mich dabei auf dem dritten Platz halten. Nach 21:00min finishte ich auf Platz 3. Durch die Geschwindigkeitserhöhung wurden die letzten Kilometer sehr schwer. Deshalb freue ich mich umso mehr über den 3.Platz bei der Cross DM in Dornstetten.

Rückblick DM

Nun habe ich die Saisonpause hinter mir. Die DM ist auch schon ein paar Wochen her. Motiviert habe ich das Training wieder aufgenommen. Die DM war eindeutig der Saisonhöhepunkt. Im Frühjahr lief die Vorbereitung durch Krankheiten und Erkältungen keineswegs optimal. Auch im Vorbereitungslager des TLV in Zinnowitz bin ich nicht gesund heimgekehrt. Doch pünktlich zum 21.07.2012 war ich fit. Das Ergebnis war selbst für mich mehr als überraschend. Eine Steigerung von mehr als 12 Sekunden ist enorm. Ich habe somit meine eigenen Erwartungen übertroffen. Mit 5:50,49min habe ich die C-Kadernorm um fast 5 Sekunden unterboten. Einen Videoausschnitt vom meinem Lauf kannst die hier finden. Hoffentlich klappt die Aufnahme in den Bundeskader.

An dieser Stelle ein Dank an alle, die diesen Erfolg möglich gemacht haben!