Ist man im Nachhinein immer schlauer?

Alle Jahre wieder stehen die Deutschen Meisterschaften im Somme vor der Tür. Dieses Jahr kann ich diesen Satz sogar wörtlich nehmen. Im neuen Steigerwaldstadion in Erfurt wurden die Titelkämpfe auf nationaler Ebene ausgetragen. „Ist man im Nachhinein immer schlauer?“ weiterlesen

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Wie „lief“ dein Wochenende?

An diesem Wochenende ging es wieder auf die Stadionrunde. Zusammen mit meinem Hinderniskollegen Martin Grau flog ich am Freitag nach Bilbao/Spanien. Beim internationalen Meeting standen die 3000m Hindernis auf unserer Agenda. Ausgelegt auf 8:30min, sollte das Rennen genau für unsere beiden Zielstellungen passen. „Wie „lief“ dein Wochenende?“ weiterlesen

Saisonauftakt Hindernis

Heimspiel im Paradies. So lautete nicht der gestrige Zeitungsartikel über den Carl Zeiss Jena, sondern mein Motto für das vergangene Wochenende. Am Samstag den 27.05.2017 fand in Jena das 21. nationale Sparkassenmeeting statt, bei dem es erstmals ein 3000m Hindernisrennen gab. Fast alle Konkurrenten aus der Bundesrepublik kamen daher nach Jena, um hier ihre erste Visitenkarte auf ihrer Paradestrecke abzugeben. „Saisonauftakt Hindernis“ weiterlesen

Phantastische Läuferwesen und behavioristische Modelle

Die sechs Läuferwesen haben sich an die leichte Höhenluft angepasst (siehe Teil 1). In diesem zweiten Teil geht es um ihr Verhalten. Was tun sie? Wozu tun sie das? Wie wirkt sich ihr Training auf das Verhalten aus? Was bewirkt die Testosteronerhöhung nach dem Training? Viele Fragen, die nach Antworten hinter den Kulissen suchen.

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Suche nach Körperspannung

Als Verhalten werden Handlungen bezeichnet, die nach außen sichtbar sind. Zeitlich ist Verhalten nicht beständig, was heißt, dass man es durch gezielte äußere Einflüsse „manipulieren“ kann. Der zweite Belastungsblock steht bei den Läuferwesen auf dem Trainingsplan. Leise klopft die erste Trainingseinheit am Morgen an die Tür. Sie sind müde und geschafft von der letzten Woche und den gesammelten Kilometern. Selbst die GPS-Uhr hat kaum noch Akku. Am Frühstückstisch großes Schweigen und nur ein Einvernehmen: Um 10 Uhr ist Start! Die schlaffen Körper schaffen die ersten Kilometer. Krafttraining auf dem Hantelplateau. Muskuläre Aktivierung vor dem schnellen Laufen. Nur gut, dass sich dabei Testosteron bildet und die Instinkte unserer Läufer weckt. In den schlappen Läuferkörpern wird der Run-Modus aktiviert. Die Körperspannung und der Hautwiderstand nehmen zu. Ob Testosteron das Sprachzentrum auf „ironisch-sarkastisch“ umschaltet? Spaß und Motivation sind jedenfalls äußerlich dominant wahrnehmbar.

Nächste Station: Hürdenwald. Laufen können schließlich viele, aber elegant und effektiv die Hindernisse überlaufen muss gelernt werden. Technik, Routine und Lockerheit sind beim überqueren die Schlagwörter. Wie auch in der freien Wildbahn, zeigen sich hier individuelle Unterschiede. Beweglichkeit wird jedem Läufer vermutlich mehr oder weniger in die Wiege gelegt. Was er koordinativ daraus macht und sich noch zusätzlich erarbeitet, wird im Hürdenwald sichtbar. Die Hindernisläufer wissen jedoch alle, dass Technik nicht das A und O ist. Bei 3000 m kommt es auf die Effektivität und die Kraftersparnis an.

Gestern Hürdenwald – heute Rasenbahn? Sie werden öfter gesichtet und ackern auf dem Grastrack. Klingt nach Natur pur für die deutschen Läuferwesen. Im wahrsten Sinn des Wortes grasen die sechs Läufer alles ab und ackern zielorientiert. Ein Läuferwesen muss die eigenen Triebe zurückstellen können. Die Tempoentwicklung mit seriöser Laktatbildung gewährt eine Leistungsentfaltung auf dem Hochplateau. Wie auf einem Teppich soll sich der Grastrack anfühlen. Unter guten Witterungsbedingungen in praller Sonne enttarnen sie ihre blassen Oberkörper und drehen unauffällig gekonnt ihre Runden. Der Rasen ist kurz, schont beim Laufen die Gelenke, aber ist kraftraubender als Tartan. Im Trainingsprozess also ein weiteres Mittel, um an die Grenzen zu kommen. Die Konzentration und Entschlossenheit auf ein gutes Trainingsprogramm ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Es wird berichtet, dass manche von ihnen auf dem Rasenteppich in den frequenten Elchmodus gekehrt sind (das erste Video auf Youtube unter den Stichwörter „Elch“ und „Geräusche“ gibt einen kleinen Gedankenanstoß).

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Phantastische Läuferwesen on track

Wie wirkt sich so ein Belastungsblock aus? Im direkten Anschluss an die Belastung kehren die Läuferwesen in sich. Trotz Testosteronbildung lässt das Runners-High noch auf sich warten. Sie konzentrieren sich auf die Regeneration. Kältebecken und Physio sind essentiell für die muskuläre Superkompensation. Als Espressonisten ziehen sie vor dem zweiten Training in die Stadt. Erst hier kommt die überschwängliche gute Laune aus ihnen heraus. Brauch es also einen Koffein-boost? Vermutlich nicht immer. Unsere Läuferwesen müssen vermutlich erstmal realisieren, was sie wieder geschafft haben. Mit diesem think positiv im Hinterkopf, können sie sich nach der geschafften Belastung ein paar Tage zurücklehnen. Phantastisch oder?

Stay tuned – es geht bald weiter. 😀

DJM Rostock

Nach einer kurzen Woche in der Heimat, ging es am Freitag auf nach Rostock. Nach der EM stand dabei die Regeneration an erster Stelle. Des weiteren musste ich mich auch psychisch nach den vergangenen Tage in Rieti neu sammeln und fokussieren. Die für viele erschreckende Nachricht der Hitzewelle packte mich nach der EM in Italien nicht. Man lernt mit der Zeit damit umzugehen und Einfluss hat man darauf auch kaum. Also keine Gedanken verschwenden!

Samstag Abend ging es für mich zum ersten mal an die Startlinie. Über die 2000m Hindernis wurde ich als großer Favorit gesehen. Auf nationaler Ebene ein ganz neues Gefühl für mich. Doch dabei habe ich immer an die vergangenen Deutschen Meisterschaften gedacht. Damals habe ich meine Bestzeit um zwölf Sekunden gesteigert. Warum sollte das dieses Jahr nicht wieder passieren? Meine Taktik stand fest. Den ersten Kilometer ruhig angehen und den zweiten Kilometer schneller, und immer konzentriert bleiben um bei entsprechenden Situationen reagieren zu können. Im Rennen lief ich dann vom Start bis ins Ziel an der Spitze. In der zweiten Rennhälfte zog ich das Tempo an. Auf den letzten 400m war der zweit Platzierte noch dicht in meinem Windschatten. Mit einer letzten Tempoverschärfung konnte ich das Rennen in 5:52,34min für mich entscheiden.

Nach dem Rennen merkte ich jedoch leichte Stauchungen im Rücken. Mit physiotherapeutischer Hilfe konnten diese jedoch gemildert werden. Ziel bei meinen letzten Deutschen Jugendmeisterschaften war, nicht nur die 2000m Hi zu laufen, sondern dieses Jahr auch über 3000m an den Start zu gehen. Gerade diese Doppelbelastungen sind sehr wichtig für die kommenden Jahre.

Aus diesem Grund, war mein erstes Rennen über die Hindernisse eher taktisch geprägt um Kräfte zu sparen. Doch wie gehe ich die 3000m an? Favorit war ich jedenfalls nicht, jedoch gehörte ich schon zu den möglichen Medaillenkanidaten. Ich versuchte daher solang es geht mit der Spitze mitzulaufen. Und das klappte! Der erste Kilometer in 2:52min war in Ordnung. Danach wurde jedoch das Tempo erhöht und ich setzte mich in einer dreier Gruppe ab. In dieser ging es dann auch auf die letzten 400m. Auch 200m vor Ziel waren wir noch dicht zusammen. Auf der Zielgeraden ging es dann für mich um Gold oder Silber. Es war ein knappes Rennen, in dem ich die Nase vorn hatte. Mit einer Schlussrunde in 58s stoppte die Uhr bei 8:23,54min! Neue persönliche Bestleistung und der zweite Deutsche Meistertitel bei meinen letzten Jugendmeisterschaften.

So beende ich diese Saison mit einem perfekten Abschluss. In beiden deutschen Jahresbestenliste bin ich somit an erster Stelle. Es war eine tolle Saison. Auch wenn es schwierig ist sich nach einer internationalen Meisterschaft auf eine nationale Meisterschaft umzustellen, bin ich mit diesem Ergebnis einfach nur zufrieden.

Jetzt geht es für mich erstmal in die Saisonpause.

U20 EM – Vorschau

Die letzten Prüfungen des Semesters sind nun geschafft. Aufgrund der Klausurphase, konnte ich nicht immer die aktuellsten Infos online stellen. Also hier eine kurze Zusammenfassung der letzten Wochen.
Eine Woche nach der Sparkassengala in Regensburg, startete ich bei der U23 DM in Göttingen über 3000m Hindernis. Bis 1000m lief alles planmäßig. Jedoch wurden dann die Beine schwerer und ich bekam Luftprobleme. Aufgrund dieser Gegebenheiten, war eine gute Zeit unmöglich. Auch in der darauffolgenden Woche hatte ich mit der Luft zu „kämpfen“.
Bei den Thüringer Landesmeisterschaften startete ich über 3000m, mit dem Ziel die DM Norm zu erreichen. In 8:52min bin ich knapp unter der geforderten Zeit von 9:55,0min geblieben. So wurde ich Landesmeister über diese Distanz.
Am 6.-7. Juli fanden in Ulm die Deutschen Meister- schaften statt. Mit der 3*1000m Staffel der Startgemeinschaft Erfurt-Worbis ging ich motiviert an den Start. Endlich waren die Luftprobleme am abklingen. Mit einer Gesamtzeit von 7:30min konnten wir den 3.Platz mit unserer Jugendstaffel belegen. Mit dabei waren außer mir Falko Spindler, Robert Blumentritt und Pascal Unbehaun vom Erfurter LAC.
Nun wurde auch eine weitere Info veröffentlicht: die Nominierung für die U20 Europameisterschaften in Rieti/Italien. Und ich wurde über 3000m Hindernis nominiert! Momentan bin ich 6. in der europäischen Bestenliste, was jedoch nix weiter zu sagen hat, das das Mittelfeld eng beieinander ist. Am kommenden Freitag den 19.Juli um 18Uhr ist mein Vorlauf. Ich freue mich riesig für Deutschland an den Start zu gehen.
Am Montag Mittag geht mein Flieger. Ich werde euch selbstverständlich noch ein paar detaillierte Infos nächste Woche zukommen lassen.
PS.: Daumen drücken! 😉

EM-Nominierung

Sparkassen Gala Regensburg

Und da war es auch schon: mein 3000m Hindernisdebüt. Die Sparkassen Gala in Regensburg war jedoch auch der erste Qualifikationslauf für die U20 EM in Rieti. Bei Top Bedingungen am Wettkampftag konnte ich gesund anreisen. Die Wochen davor hatte ich immer noch mit meinem Fuß Probleme. Hinzu kam bei den „glänzenden“ Witterungsbedingungen im Mai eine Erkältung.

Als jüngster Teilnehmer startete ich bei den Männern, was für gute Zeiten nur von Vorteil sein kann :). Mein Ziel war, so nah wie möglich an die EM-Norm von 9:02min „ranzukommen“. Nach den letzten Wochen, mit nicht idealem Training, stand Optimismus auf der Tagesordnung. So absolvierte ich den ersten Kilometer in 2:58min. Das lief auch gut. Der zweite Kilometer wurde jedoch leider etwas langsamer, so passierte ich die 2000m Marke bei 6:04min. Der letzte Kilometer wurde dann nochmal eine Herausforderung. Die Kräfte schwinden, aber trotzdem wird gerade beim Hindernislauf ein hohes Maß an Konzentration von einem abgefordert. Nach einer starken Schlussrunde (67s) stoppte die Uhr bei 9:02,91min. Im Gesamtlauf wurde ich 7.

Was soll man dazu sagen? Pech gehabt oder Boahrr? Ich persönlich bin erstmal froh nach meinem ersten Lauf, auf dieser nicht einfachen Strecke, eine gute Zeit erreicht zu haben. Nach den letzten Wochen habe ich damit nicht unbedingt gerechnet. Auf der anderen Seite ist es natürlich ärgerlich die Norm um neun-zehntel zu verpassen.

Am kommenden Sonntag werde ich bei den U23 DM in Göttingen starten. Ziel wird die EM-Norm sein. So hoffe ich auch gute Bedingungen und einen tollen Lauf!

PS.: Mit meiner momentanen Bestzeit stehe ich auf Platz 3 der europäischen Bestenliste 2013. Jedoch sollte man diese Info keinesfalls überbewerten ;).